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Der richtige Umgang mit Hauskatzen & Co im Kinderhaushalt

Haustiere und Zoonosen

In ihrem aktuellen Newsletter für den Monat April informiert die Stiftung Kindergesundheit über das Risiko von Zoonosen, also Krankheiten, die von Wirbeltieren auf Menschen übertragen werden können, im Kinderhaushalt.

 

 8,2 Millionen Hauskatzen. Rund 5,4 Millionen Hunde. Dazu 5,1 Millionen Kleinsäuger (Hamster, Meerschweinchen, Kaninchen und mehr) – immer mehr Tiere leben in deutschen Haushalten. Für die Ernährung von Hauskatze & Co geben Tierbesitzer jährlich rund 2,8 Milliarden Euro aus. Ein positiver Trend, findet die Stiftung Kindergesundheit. Denn zahlreiche Untersuchungen bestätigen die positiven Auswirkungen von Hauskatzen und ihren felligen Kollegen auf Gesundheit und Wohlbefinden ihrer Besitzer, insbesondere auf deren Kinder. Haustiere machen aber nicht nur gesund, sondern manchmal auch krank: Es gibt viele Erreger, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden können.
 

Hauskatzen, Hunde und Kinder: Positive Aspekte des Zusammenlebens

Die positiven Aspekte des Zusammenlebens mit Hauskatzen, Hunden und ihren vierbeinigen Kollegen beschreibt Professor Dr. Berthold Koletzko, Vorsitzender der Stiftung Kindergesundheit: „Kinder, die gemeinsam mit Tieren aufwachsen, können in ihrer ganzen Persönlichkeitsentwicklung profitieren. Wenn sie das Tier beobachten und betreuen, entwickeln sie mehr soziale Kompetenzen als sie beim Spielen mit leblosen Dingen erlangen können. Der Kontakt zum Tier steigert die Lebensfreude und fördert das Verantwortungsgefühl. Und ganz nebenbei verschafft sich das Kind auf natürliche Weise gute Kenntnisse über wichtige Lebensvorgänge wie Sexualität, Geburt oder Tod. Gerade für Stadtkinder sind Tiere oft der wichtigste Bezug zur lebendigen Natur".

Hunde oder Katzen als Gefahrenquelle 

Die Natur hat allerdings nicht nur positive Seiten, betont die Stiftung Kindergesundheit in einer aktuellen Stellungnahme: Katzen, Hunde und andere Haustiere bergen auch potentielle Gefahren, die tierliebende Familien kennen sollten. Hauskatzen ebenso wie Hunde können Bißverletzungen zufügen. Freigänger-Katzen und Hunde bringen Keime in die Wohnung. Ebenso können Hauskatzen und Hunde durch Anspringen, Stolpern oder Umreißen Unfälle und Stürze verursachen. Es gibt außerdem eine Vielzahl von Infektionen mit Bakterien, Viren, Pilzen oder Parasiten, die von einem Haustier auf den Menschen übertragen werden können. Sie werden als Zoonosen bezeichnet. Mittlerweile sind rund 200 dieser Infektionskrankheiten bekannt, die bei einem Tier wie auch beim Menschen vorkommen und gegenseitig übertragen werden können.
 

Hauskatzen als Überträger von Zoonosen

Da Hauskatzen und Hunde die beliebtesten Haustiere sind, geht von ihnen auch am häufigsten die Gefahr einer Zoonose aus. Besonders häufig werden Durchfallerkrankungen vom Tier auf den Menschen übertragen. Die ansteckenden Keime sind in erster Linie Salmonellen. Die Tiere schnappen diese Erreger meist durch Schlachtabfälle und ungekochte Innereien auf. Nummer zwei der Durchfallerreger ist der so genannte Campylobacter. Vor allem junge Hundewelpen scheiden solche Keime bis zu einem halben Jahr aus, ohne selbst krank zu sein.

Krank durch Kätzchens Krallen
Junge Katzen dagegen sind an einer weiteren Zoonose schuld, an der so genannten Katzenkratzkrankheit. Die verspielten und verschmusten Tiere übertragen die stäbchenförmigen Bakterien der Gattung Bartonellen durch Kratzen oder Beißen. Auch die auf Katzen lebenden Flöhe können die Bakterien weitertragen. In Deutschland sind bis zu 70 Prozent der Hauskatzen mit Bartonellen infiziert. Die Symptome der Katzenkratzkrankheit: Drei bis zehn Tage nach der Verletzung entsteht an der Kratz- oder Bissstelle ein kleines rotes Hautknötchen von zwei bis sechs Millimeter Durchmesser, das manchmal – ähnlich wie der Ausschlag bei Windpocken - in ein Bläschenstadium übergeht, um anschließend zu verkrusten. Ein bis zwei Wochen später schwellen die benachbarten Lymphknoten an und schmerzen bei Berührung. Manchmal eitern sie auch und entleeren ihren Inhalt durch die Haut. Die Heilung erfolgt nur langsam: Ohne Behandlung bilden sich die Lymphknotenschwellungen erst nach zwei bis vier Monaten zurück.
 
Gefürchtet sind auch Pilzinfektionen, die oft ganze Kindergärten oder Schulklassen heimsuchen. Die so genannten Mikrosporen können von einem Hund oder von einer Katze stammen und befallen vor allem den behaarten Kopf, manchmal auch Hände, Unterarme, Hals und Gesicht.

Hauskatzen in der Familie: Auf Hygiene achten!

Für eine übertriebene Angst vor einer Krankheitsübertragung durch Hunde, Hauskatzen und andere landesübliche Haustiere gibt es jedoch keinen Grund, betont die Stiftung Kindergesundheit. Am häufigsten werden Kinder und Erwachsene nämlich nach wie vor nicht durch Tiere, sondern durch andere Menschen angesteckt: von Spielkameraden und Mitschülern, von Kollegen und Nachbarn oder von den Mitgliedern der eigenen Familie.

Grundsätzliche Hygienemaßnahmen sollte man dennoch beachten:
• Kinder und Erwachsene sollten sich nach jedem Kontakt mit dem Tier - vor allem vor dem Essen - die Hände waschen und allzu inniges Schmusen mit dem Tier vermeiden.
• Käfige, Lagerplätze, Körbe oder Decken des Lieblingstiers sollten stets sauber sein.
• Mit der regelmäßigen Reinigung der Unterkunft bzw. des Schlafplatzes und der täglichen Reinigung von Futter- und Wasserschüssel sorgt man auch für das Wohlbefinden des Tieres.
• Die beste Vorbeugung vor Infektionen ist, mit der Hauskatze oder dem Hund regelmäßig zum Tierarzt zu gehen und es entwurmen, entlausen und auch impfen lassen.
• Ebenfalls wichtig: Das Tier sollte dem Kind nicht das Gesicht abschlecken und auch nicht mit ihm in einem Bett schlafen.

Hauskatzen oder Hund als Auslöser – wie groß ist die Gefahr von Allergien? 

Bis vor kurzem hieß die Empfehlung der Experten: Bei Allergierisiko muss man auf Haustiere verzichten, am besten schon während der Schwangerschaft. Mittlerweile hat man herausgefunden, dass gerade Kinder, die schon am Anfang ihres Lebens mit Heimtieren und ihren Allergenen in Kontakt kommen, später seltener eine allergische Sensibilisierung dagegen entwickeln. In Familien ohne Vorbelastung (die besteht, wenn mindestens ein Elternteil oder ein Geschwister Asthma, Heuschnupfen oder Neurodermitis hat), gibt es gegen die Haltung eines Hundes wohl keinen triftigen Grund mehr. Risikofamilien sollten allerdings auf Felltiere besser verzichten, rät die Stiftung Kindergesundheit. Als besonders riskant gelten Katzen.

Mehr Informationen hierzu finden Sie unter: www.kindergesundheit.de