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Last updateDo, 05 Okt 2017 10am

Hauskatzen Katzenverhalten Wenn die Hauskatze in die Jahre kommt

Wenn die Hauskatze in die Jahre kommt

Wie sich Katzenverhalten mit zunehmendem Alter der Hauskatze verändert


Gute medizinische Versorgung, gesundes Katzenfutter und kaum Gefahren: Gerade Hauskatzen werden immer älter. Und mit zunehmendem Alter wächst auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Katze ihr Verhalten ändert – oft ein Problem für Mensch und Tier. 

 

Ab wann ist die Samtpfote eine Seniorenkatze?

Verhaltensmediziner gehen davon aus, dass ab dem 8. Bis 10. Lebensjahr sozusagen der Herbst des Lebens der Katze anbricht. Bei freilebenden Katzen und ausgeprägten Freigängern kann diese jedoch bereits früher beginnen, denn Freigänger sind ganz anderen Gefahrensituationen ausgesetzt als eine behütet und geschützt lebende Hauskatze.

Die Hauskatze als Senior-Partner 

Ältere Katzen sind auf den ersten Blick sehr angenehme Mitbewohner. Denn mit zunehmendem Alter verlieren Hauskatzen auch ihren Bewegungs- und Spieltrieb. Nein, er geht nicht komplett verloren, jedoch lässt er deutlich nach – ein erstes Zeichen dafür, dass die Samtpfote in die Jahre kommt.

Katzenverhalten in der Generation 10+

Das zunehmende Alter macht auch vor dem Verhalten der Katze nicht halt. Es ist nicht allein die nachlassende Agilität der Samtpfote, die sich bemerkbar macht. Je älter die Katze wird, desto stärker können sich auch neue, bisher unbekannte Verhaltensweisen auf das Mensch-Tier-Verhältnis auswirken.
Ältere Katzen werden, ähnlich wie Menschen, in den täglichen Routinedingen langsamer und unsicherer. So können Plätze, an die die Katze bisher problemlos gelangen konnte, unerreichbar werden. In solchen Fällen hilft es oft, der Katze oder dem Kater kleine Hilfestellungen zu geben. Unsere alte Katzendame Penny bekam beispielsweise mit der Zeit Schwierigkeiten, auf den glatten Rand der Badewanne zu springen, um zu ihrer Wasserquelle zu gelangen. Ein kleines Kästchen am Rand macht es ihr nun leicht, den Zwischenschritt zu nehmen und ohne Schwierigkeiten wieder in die Wanne zu kommen.

Bei vielen älteren Katzen treten auch Verhaltenssymptome wie starkes Miauen auf. Aus dem Schlaf geschreckt, scheint die Katze desorientiert, ist wackelig auf den Beinen und reagiert verwirrt. Auch dieses Verhalten legt Katze Penny manchmal an den Tag. Sie wird nachts wach, nimmt sich ein Bällchen und zieht laut miauend durch die Wohnung. Meist reicht es aus, sie anzusprechen und sie aufzufordern, wieder an ihren Schlafplatz zurückzukehren – und der Spuk ist vorbei. Wichtig für ältere Katze mit auffälligem Verhalten ist jedoch, dass sie einen sicheren, geschützten, warmen und ihnen vorbehaltenen Schlafplatz haben, auf den sie sich zurückziehen können.

Unsauberkeit bei alten Katzen

Da hat’s jahrelang mit der Stubenreinheit funktioniert – und plötzlich wird die alte Hauskatze unsauber? Ja, auch das kann passieren. Der erste Weg sollte natürlich zum Tierarzt führen – um organische Ursachen wie eine Blasenerkrankung auszuschließen. Im zweiten Schritt geht es darum, einer Seniorenkatze den Gang zur Toilette so einfach wie möglich zu machen. Das bedeutet: Die Katzentoilette sollte einfach zugänglich sein, einen eher niedrigen Rand haben und von der Größe her so beschaffen sein, dass die Katze sich nicht beengt fühlt, wenn sie ihr Geschäft verrichtet. Auch die regelmässige Reinigung der Katzentoilette gehört zum Pflichtprogramm des Personals, wobei man auf den Wechsel von Katzenstreu-Sorten zu Gunsten der Gewohnheiten der Katze verzichten sollte.

Hauskatzen mögen’s konservativ

Was das für alternde Katzen bedeutet? Veränderungen verunsichern. Schon das Umstellen von Möbeln kann für eine ältere Katze Stress bedeuten, weil es ein Eingriff in ihr Umfeld bedeutet. Genau so wichtig ist ein halbwegs strukturierter Tagesablauf mit festen Futter-, Spiel- und Ruhezeiten.

Senioren im Mehrkatzenhaushalt

Katzenverhalten kann sich jederzeit an veränderte Situationen anpassen – egal, wie harmonisch oder problemfrei die Beziehung mehrerer Katzen vorher war. Auch diese Entwicklung haben wir seit einiger Zeit beobachten können. Mit drei Jahren ist unsere Jungkatze Pünktchen jetzt erwachsen – und begegnet der alten Katzendame Penny, Chefin im Revier, auch immer häufiger mit weniger Respekt. Die Folge: Die Katzendamen streiten plötzlich. Die Nachlaufspiele der jungen Katze werden von der Seniorin eher als Übergriff gewertet, bei der Futterverteilung pocht die alte Katze auf ihrem Recht, als erste bedient zu werden. Stress ist vorprogrammiert. In solchen Fällen sollte so weit wie möglich durch kleine Eingriffe wie getrennte Fütterung vermieden werden.

Tipps für alternde Katzen zusammengefasst:

• sicheren, ruhigen Rückzugsraum bereitstellen
• möglichst klare Struktur im Tagesablauf (Fütterung) einhalten
• Toiletten „seniorengerecht“ bereitstellen
• Unnötige Veränderungen im Umfeld vermeiden
• Angemessen für Aufmerksamkeit und Nähe sorgen
• Regelmässige Gesundheitschecks beim Tierarzt vornehmen lassen